Praeteritum [Teil I]

Manchmal sehe ich zurück in Kindertage
und spüre, wie Vergangenheit das Herz verpestet.
Das Schweigen war immer viel zu laut,
die Schreie, der Streit – nur ein Flüstern.

Die Stille nahm die Luft zum atmen.
Mutlosigkeit bedeutete Bewegungslosigkeit,
das Rascheln der Kleidung tönte wie ein Alarm.
Man schaute sich an, leere Augen, ausdruckslos.

Das Klappern des Bestecks, Metall auf Keramik, machte mich taub,
es durchstach die Trommelfelder und ließ mich erblinden,
selten drangen Worte zwischen meinen Lippen hervor,
noch suchten welche Einlass in meine Ohren.

Ein Mund verzieht sich zu einem Lächeln,
ein gelogenes, ganz falsch, nie ehrlich.
Warum lächeln, lachen Menschen?
Wo entspringt für sie der Quell der Freude?

Ich höre nur in der Ferne das Glucksen und Gluckern,
daraus naschen konnte ich nie,
denn um zu finden hätte man suchen müssen.


Wer hören und nicht lesen möchte, möge sich hier einfinden:

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