Blindtext

Ich habe so viele Geschichten gelesen, in denen es darum ging, dass Menschen sterben, blutüberströmt auf Straßen liegen und schreien, brüllen, dass ein jemand sie erhöre, vielleicht ein Gott.

Ich glaube nicht an Götter. Ich habe keinen Grund dazu.

Dass ein menschlicher Körper viel aushält, kommt immer auf die Relation an, ob eine Leiche schön ist oder nicht auch. Manchmal treibt eine kleine metallene Kugel den hässlichen Geist aus und lässt einen schönen Körper zurück. Es gibt viele hässliche Menschen auf dieser Welt, viele werden nur dazu gemacht, machen sich selbst dazu. Sie funktionieren wie Roboter, verschließen ihre kleinen hübschen Seelen um dem Willen anderer zu taugen. Die Menschen brauchen keine Götter, aber zu oft brauchen sie jemanden an den sie glauben können. Jemanden zu dem sie schreien und brüllen können, wenn ihnen etwas weh tut, jemand dem sie die Schuld geben können und dem sie abschwören können, wenn sie glauben er wäre derjenige, der ihnen zu viel auflastet und dem sie folgen können, wenn alles weh tut und sie keinen eigenen Weg finden.

Sie wünschen sich Frieden, wir wünschen uns Frieden, ein paar wenige bereiten den Krieg vor, führen den Krieg und töten die, die Frieden wünschen. In Gottes Namen Krieg. Und irgendwo sitzen Menschen und sehen dem Schauspiel zu, so viel hübsche Leichenberge, so viel Blut, so viel Leben, so viel verflossene Unschuld. Und die Klänge der Raketen, der Gewehre und Granaten dringen in die Ohren und hallen in den Köpfen wider, wie eine hübsche, brachiale Melodie. Sterben und sterben lassen, ein Schlaflied, weil es mal wieder Abend ist im Frieden, bald bricht die Nacht herein.

Kann man bei der Melodie des Krieges schlafen? Fragen wir die Toten, sie schlafen gut, sie rühren sich zumindest nicht und schlagen nicht um sich, als hätten sie Albträume, wie die Lebenden es so gerne tun. Blut benässt die Erde, hübsches, rotes Blut. Wir sind alle so gleich, wenn wir tot sind, ist das nicht schön? Ist das nicht ärgerlich?

Was wenn der Feind eine andere Blutfarbe hätte, wenn es wie Teer aus seinen Adern quellen würde, wäre das nicht so viel schöner? Würde das nicht zeigen, dass Gott Gute und Böse geschaffen hat und wäre es nicht so einfach zu unterscheiden, zumindest nachdem man sie aufgeschlitzt hat?

Wenn Blutregen auf die Erde fällt, vielleicht heben dann die verdorrten Blümchen wieder ihre Köpfe und lachen den Wolken entgegen. Wenn menschliches Aas den Boden ziert und zum Dünger des Grases wird, das über die Sache wächst. Vielleicht wird es nach dieser kommenden Nacht ein schöner Morgen. In friedvoller Stimmung, verstummten Menschen, leblosen Leibern, die unsichtbar sind, unauffindbar, nicht nur totgeschossen sondern auch totgeschwiegen. Auf einen Frieden, der auf Leichen gegründet wird, wie es seit jeher schon üblich war. – Ab hier wiederholt es sich übrigens, wer in diesem Ganzen Sinn und Meinung entdecken möchte, dem sei zu sagen: es tut mir leid, dies ist ein Blindtext. Es möge Blut regnen meine Lieben.

Ich habe so viele Geschichten gelesen, in denen es darum ging, dass Menschen sterben, blutüberströmt auf Straßen liegen und schreien, brüllen, dass ein jemand sie erhöre, vielleicht ein Gott.

Ich glaube nicht an Götter. Ich habe keinen Grund dazu.

Dass ein menschlicher Körper viel aushält, kommt immer auf die Relation an, ob eine Leiche schön ist oder nicht auch. Manchmal treibt eine kleine metallene Kugel den hässlichen Geist aus und lässt einen schönen Körper zurück. Es gibt viele hässliche Menschen auf dieser Welt […]

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